Auch ohne Sehen fast normal leben

Lauda: Im Rahmen der Woche des Sehens fand im Mehrgenerationenhaus in Lauda eine Informationsveranstaltung zum Thema “Sehverlust = Arbeitsplatzverlust” und eine Hilfsmittelausstellung statt.

Schirmherr Bürgermeister Thomas Maertens eröffnete die Veranstaltung und lobte das große ehrenamtliche Engagement im Mehrgenerationenhaus und in der Beratungsstelle “Blickpunkt Auge”. Des Weiteren hob er hervor, dass Inklusion im Kleinen beginne und diese in den beiden Einrichtungen sehr gut praktiziert werde. Nach der Begrüßung durch die Leiterin der Beratungsstelle, Carolin Mischke, konnten sich Maertens und Jürgen Umminger, Hauptamtsleiter der Stadtverwaltung, selbst einmal in die Situation eines Blinden und Sehbehinderten versetzten. Mit einer Simulationsbrille die eine starke Sehbehinderung demonstriert, konnten beide das Empfinden eines Sehbehinderten im Alltag testen. Die Rehabilitationslehrerinnen Martina Hickisch und Ingeborg Brendel zeigten Maertens, wie Blinde und Sehbehinderte sich im Straßenverkehr orientieren.

Im Verlauf der Veranstaltung gab es weitere Vorträge zu den beruflichen Perspektiven von sehbeeinträchtigten Personen. Auch die Frage, “was passiert, wenn man einen plötzlichen Sehverlust im Laufe des Lebens erleidet?”, wurde beantwortet. Die Ausstellung von Hilfsmitteln für den alltäglichen Bedarf, beispielsweise sprechende Uhren, sprechende Küchenwaagen, taktile Gesellschaftsspiele oder das Arbeiten mit Kontrasten, zeigte den zahlreichen Besuchern, dass ein Leben mit Sehverlust fast normal gelebt werden kann.

Ein weiterer Höhepunkt war der Smartphone-Vortrag von Hellmuth Platz (Rehabilitationslehrer am Berufsförderungswerk Würzburg). Er zeigte, wie das Smartphone den Alltag eines Blinden oder Sehbehinderten erleichtern kann. Dieses Gerät beinhaltet eine Sprachausgabe und für sehbehinderte Nutzer eine Vergrößerungsfunktion. Anwendungen wie Farberkennung, Geldscheinerkennung oder eine Lupenfunktion machen das Smartphone zum “Schweizer Taschenmesser für Blinde und Sehbehinderte”, erläuterte Platz.